1987 - Die Stunde Null.
Zwei Millionen Arbeitslose und Dauerstreit in der Europäischen Gemeinschaft. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind Schlagzeilen aus dem Jahr 1987, die genauso gut von heute sein könnten. Dabei hat sich so vieles geändert: Aus zwei Deutschlands ist eins geworden, Raider heißt jetzt Twix und wir zahlen mit dem Euro statt der D-Mark. Auf die Finanzwirtschaft bezogen, heißt das beispielsweise, dass von allen Firmen in diesem Bereich, die es 1987 gab, nur ein Prozent überlebt haben. Aber manche Dinge und manche Unternehmen sind uns zum Glück erhalten geblieben. Klar, sie sind gewachsen, haben sich mit der Zeit entwickelt, mussten sich anpassen. Aber ihren Kern haben sie erhalten und sie sind sich treu geblieben. So wie eines der innovativsten Unternehmen Deutschlands: EXCON.
Neuer Perso, Volkszählung und Rennwagen für jedermann
Und was haben Sie 1987 so gemacht? Wenn Sie etwas älter sind, haben Sie sich vielleicht 1987 einen neuen Personalausweis geholt. Der alte „Lappen“ musste weg, das Scheckkartenformat wurde in diesem Jahr eingeführt und die Stammtische und Medien rauf und runter diskutiert. Und Sie wurden volksgezählt, vielleicht unter Protest, aber der Staat brauchte frische Daten und so entkam dem Zensus von 1987 (fast) niemand. Und falls Sie sich ein neues Auto zugelegt haben, stehen die Chancen ganz gut, dass am Heck ein stolzes „16V“ prangte, die leistungsstarke Vierventil-Technologie setzte zum Siegeszug an und machte auch äußerlich eher biedere Limousinen mit kleineren Motoren fit für die Überholspur.
Ganz günstig waren aber auch diese Wagen nicht. Vor allem, wenn sie den Untertürkheimer Stern trugen. Da kam also nur das Abstottern auf Raten in Frage, zudem kam aus den USA gerade die neue Finanzierungsvariante des Leasing nach West-Deutschland herübergeschwappt, gerade für Selbstständige eine große Versuchung, das Statussymbol Automobil einfach mal ein bis zwei Nummern über der eigentlichen Gehaltsklasse zu ordern. Gleichzeitig wurden in den Betrieben die Fuhrparks flächendeckend aufgestockt, auch hier waren Banken und Autohäuser die potenten Partner beim Aufbau. Aber die wollten natürlich irgendwann ihre Kohle wieder sehen. Und das, klar, mit Zinsen.
Falls dann jemand mit seinen Zahlungen, zum Beispiel für den Mercedes 190 E 2.3-16, eines der beliebtesten Modelle dieses Jahrgangs und als junger Oldtimer heute hoch gehandelt, in Rückstand geriet, musste das Auto unter Umständen sogar für den Verkäufer wiedergeholt werden. Eine Tätigkeit, die nicht in der Kernkompetenz eines Finanzinstituts oder eines Autohauses liegt, dort ist man besser darin Autos auszuliefern. Allgemeine Ratlosigkeit also, die modernen Zeiten schaffen die Nachfrage nach einer neuen Dienstleistung, es gibt aber keine seriösen Anbieter dafür. Aber jemand muss diesen Job ja machen, am besten echte Profis.
Trio Infernale
Unterdessen ganz im Norden der BRD, gleich hinterm Deich: Offiziere der Bundeswehr machen sich gegen Ende ihrer Dienstzeit Gedanken über ihre Zukunft. Es gibt damals staatlich bezuschusste Maßnahmen zur Wiedereingliederung ins Zivilleben, Fortbildungen, Seminare. Viele der Soldaten, wie auch viele Ex-Polizisten, landen bei privaten Sicherheitsfirmen oder werden bessere Pförtner und Nachtwächter in Großunternehmen. So manchem, mit anderen Ansprüchen an sein Leben, reicht das aber nicht.
Einer dieser Männer ist Rolf Marx, ehemaliger Polizist beim LKH Hessen. Er trifft auf Jürgen Geis, der ist einer der Organisatoren für die Umschulungsmaßnahmen ehemaliger Staatsdiener im Waffenrock. Das Organisationstalent Uwe Hoensch komplettiert das Trio. Diese Männer denken weiter. Denken über ihre Fähigkeiten nach, informieren sich über das, was der Markt nachfragt – und treffen eine Entscheidung: Sie werden es sein, die den Finanzdienstleistern ihre nichtbezahlten Fahrzeuge zurückholen – egal von wem, egal wo diese Autos sich befinden. Mit Köpfchen, mit der gebotenen Durchsetzungskraft, aber immer unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Die professionelle Dienstleistung „Sicherstellung finanzierter Fahrzeuge“ war geboren.